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Antrag / Anfrage / Rede

Leckagen zwischen Trink- und Heizwassernetz

Anfrage zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Lerchenberg am 22.06.2006

Die Stadtverwaltung wird um Aufklärung gebeten, in welcher Weise diese sicherzustellen gedenkt, dass Leckagen zwischen Trink- und Heizwassernetz rechtzeitig erkannt und abgestellt werden.

 

Die Versorgung des Lerchenbergs mit Warmwasser (als aufgeheiztes Trinkwasser) erfolgt durch Wärmetauscher in abnehmereigenen Boilern. Die Wärmetauscherschlangen sind korrosionsempfindlich. So ist zwischenzeitlich auf dem gesamten Lerchenberg überwiegend die zweite oder schon dritte Generation an Boilern im Einsatz. Leckagen innerhalb des Wassersystems fallen nicht auf. Am ehesten weisen atypisch hohe oder niedrige Verbrauchswerte darauf hin, dass Heiz- und Trinkwasser dem physikalischen Prinzip der "kommunizierenden Röhren" unterliegen. Das auffälligste Erscheinungsbild von Leckagen ist, wenn aus den Kaltwasserhähnen warmes Wasser läuft; das ist eingedrungenes Heizwasser! So geschehen u.a. bei dem Unterzeichner und auch bei der Stellvertretenden Ortsvorsteherin, Frau Schappert, zu einem Zeitpunkt, als noch das karzinogene Antioxidanz Hydrazin üblich war. Dieses Problem ist dem Wärmeversorger bekannt. FAVORIT versucht deshalb, durch Ablassen der leckagebedingten Heizwasservermehrung einen Druckunterschied in den Netzen sicherzustellen, damit chemisch und physikalisch aufbereitetes Heizwasser möglichst nicht ins Trinkwassernetz eindringt. Der Wärmeversorger hat indirekt eingeräumt, dass es Leckagen zwischen den beiden Netzen gibt:

 

"Technisch ist es vorstellbar, dass die von Ihnen angeführten Leckagen in Wärmeüberträgern im Bereich der Trinkwasserwärmung vereinzelt auftreten können. Bisher konnten wir eine Häufung solcher Defekte aber nicht feststellen.

......Durch entsprechende Änderung der Parameter unserer Wasseraufbereitungsanlage können wir dann Abweichungen entgegenwirken.

.....Sofern im Heizwerk aus betrieblichen Gründen Heizwasser in die Kanalisation eingeleitet wird, ist dieses Wasser so weit abgekühlt, dass es als Grund für eine Dampfbildung auszuschließen ist."

 

Auch im persönlichen Gespräch wurden Volumenverschiebungen bestätigt, die sich mit Arbeiten an privaten Heizanlagen nicht erklären lassen. Hier können nur Heizwasserverluste auftreten, nicht aber eine Vermehrung. Ein Geheimnis bleibt, woher der aus einem Kanaldeckel in der Nähe des Heizwerks häufig austretende Wasserdampf kommt.

 

Wenig hilfreich ist die Haltung, die Stadtwerke. Diese ziehen sich formal zurück und verweisen darauf, dass Wasserverunreinigungen in der Verantwortung der Abnehmer liegen. Diese Haltung ist im Wissen um flächendeckend nicht funktionsfähige oder sogar fehlende Rückflussverhinderer eine potenzielle Gefahr. Die Problematik wird aktuell vergrößert, weil durch die Reliningarbeiten am durchgerosteten öffentlichen Wassernetz die Querschnitte erheblich reduziert werden, was bei punktuellen Entnahmespitzen die Bemühungen des Heizwerks, einen Druckunterschied zu halten, unwirksam werden lässt.

 

Hartmut Rencker

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